Traditionelle Shishakohle

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Heute möchte euch Hadi Jammoul die Holzkohle für die Wasserpfeife vorstellen. Dabei handelt es sich nicht um herkömmliche Grillkohle!

Was sind Holzkohlen für Shisha?

Man erinnert sich an sich an die alten Tage in Deutschland, wo es noch keine Kohlen aus Kokosnusschalen gab und man Selbstzünderkohlen nutzte. Der ein oder andere kennt wahrscheinlich Holzkohlen aus dem Urlaub im nahen Osten oder Nordafrika. Vor allem im Orient macht man von Holzkohlen Gebrauch, welche im Kohlenmeiler geköhlert werden. Olivenbäume und dergleichen, welche in Asien und Afrika wachsen, wurden und werden dafür verwendet.
Es gibt mehrere Arten von Holzkohle, charakteristisch ist jedoch die längliche, runde Form der Kohlen. Manche sind dicker, manche dünner; manche fester, manche brüchiger. Manche sind so brüchig, dass beim bloßen anfassen „Schalen“ der Kohle abfallen. Diese gehören zur qualitativ schlechten Sorte, die Festen zur guten.

Wie gehe ich mit diesen Kohlen um?

Üblich ist es, die länglichen Stücke entweder vor oder nach dem Anzünden in passende Längen zu brechen und eine größere Menge auf dem Gasherd in einem Kohlebehälter zu zünden. Der Gedanke liegt darin, dass meistens in einer Gruppe mit mehreren Pfeifen geraucht wird und es dann genug Kohle für jeden zum auflegen gibt und zu kleine oder zu große Kohlen direkt auswechseln bzw. nachlegen zu können.

In vielen orientalischen Ländern gibt es auch den „delivery“ Service (Marktlücke in Deutschland?), wo Pfeifen samt gebautem Kopf wie Pizza bestellt werden kann und natürlich ein Korb glühende Holzkohlen mitgeliefert wird. Ergo jeder kann die Hitze selber managen und nachlegen, wie er möchte.
Die bekannteste und im Volksmund beste Holzkohle ist die sogenannte „Sindian“ Kohle. Dies ist aber natürlich nicht die einzige Gute. Würfelkohlen gibt es mittlerweile, wenn auch nur selten, jedoch scheinen diese nicht gut anzukommen; zum Einen sind die Dortigen qualitativ sehr schlechte Kohlen und werden mit Sicherheit auch teurer sein als im eigenen Land gewonnene Holzkohlen.

Wieso gibt es solche Kohlen nicht in Deutschland?

Genau kann ich dies nicht beantworten, ich gehe aber stark von EU Vorschriften bezüglich des Umweltschutzes aus.

Kommt man überhaupt an solche Kohlen?

Wenn man sie nicht direkt aus dem Ausland mitbringt, findet man sie teilweise beim Araber oder Türken nebenan und in vereinzelten Shisha-Shops.

In den Kommentaren kann man sich gerne austauschen, wo man seine gefunden hat. Meine sind vom Bagdad Store Bonn und Köln und vom arabischen Lebensmittel- und Shishahandel Basra in Bonn-Tannenbusch.

Was macht Holzkohle anders als unsere Kohlen?

Im Grunde nichts, beides sind Hitzequellen, um Molasse zu verdampfen. Jedoch hat Holzkohle einen charakteristischen Eigengeschmack, den eventuell Kokoskohle auch haben könnte und wir uns nur so daran gewöhnt haben, dass wir es einfach nicht mehr bemerken.
Den geschmacklichen Unterschied bei Holzkohlen merkt man bereits beim Anrauchen, wo man einen an den Sommer erinnernden, leicht grilligen Geschmack wahrnimmt. Sobald der Kopf richtig an ist, merkt man weiterhin diesen mitschwingenden Geschmack, der sich wunderbar mit dem Tabakaroma vermischt und dem Geschmack das gewisse Etwas gibt. Ich würde es so beschreiben: Es gibt normale Chips und die „BBQ“ Version oder die Version mit rauchigem Geschmack, als wären sie gegrillt worden.
So ist das auch bei Holzkohle. Persönlich finde ich dies sehr lecker. Probiert habe ich dies allerdings nur mit Nakhla und Al Fakher, da ich nichts anderes rauche. Ich denke auch, dass dies nicht unbedingt zu jeden Tabak passen würde, aber die Erfahrung zu machen schadet ja nicht.
Ebenfalls ist zu sagen, dass der Rauch sehr weich, leicht und sehr dicht und weiß ist. Wenn man wie ich mit voller Hitze raucht, kann das teilweise auch ziemlich in den Kopf gehen, wenn man nicht dran gewöhnt ist, muss aber nicht sein. Anzumerken ist, dass je nach Qualität der Kohle die Ascheentwicklung sehr hoch ist und am Ende nichts mehr von der Kohle übrig bleibt außer Asche.

Fazit

Ein großer Pluspunkt für Alu-Raucher ist, dass die Kohle an der Folie nicht aus geht und die Kohle nicht hin und her gedreht werden muss. Wer auf den rauchigen Geschmack steht, hat auch was davon. Zudem kommt mir die Rauchentwicklung auch immenser vor, doch dies wird man mit Sicherheit auch mit anderen Kohlen hinbekommen können.
Die extreme Ascheentwicklung mag für manche Leute ein Minuspunkt sein, jedoch beeinflusst dies nicht das Rauchen. Ein Versuch ist es wert und neue Erfahrungen in Sachen Hitzemanagement mag ja auch für manche einen frischen Wind in den Shisha-Alltag bringen.

Für Nakhla und Al Fakher Doppelapfel auf jeden Fall von mir eine klare Empfehlung.